Stanford-Wissenschaftler haben einen bedeutenden Fortschritt im Verständnis gemacht, warum einige wenige Personen eine seltene Herzerkrankung nach Erhalt von COVID-19-Impfstoffen entwickeln. Diese bahnbrechende Forschung zeigt, dass zwei spezifische Immunsignale, CXCL10 und Interferon-Gamma, zur Myokarditis bei jungen Männern beitragen können – ein Zustand, der sich durch Brustschmerzen und Kurzatmigkeit auszeichnet. Diese Erkenntnisse versprechen einen Weg zu sichereren Impfstoffen und potenziellen Behandlungen.

Der Entdeckungsprozess

Durch den Einsatz von menschlichem Plasma, im Labor gezüchtetem Herzgewebe und Mäusemodellen beobachteten Stanford-Forscher, dass nach einer mRNA-Impfstoffinjektion, insbesondere nach der zweiten Dosis, ungewöhnliche Anstiege der Zytokine CXCL10 und Interferon-Gamma Herzmuskelzellen unter Stress setzten. “Wenn wir diese beiden mit Antikörpern blockieren, nimmt der Herzschaden ab”, erklärte Dr. Joseph Wu, Leiter des Stanford Cardiovascular Institute, und markiert einen wichtigen Fortschritt bei der Entschlüsselung dieses medizinischen Geheimnisses.

Die Rolle von Geschlecht und Hormonen

Interessanterweise betrifft der Zustand vorwiegend jugendliche Jungen und junge Männer. Die Studie deutete darauf hin, dass Östrogen einen gewissen Schutz bieten könnte, was durch eine verringerte Entzündung bei männlichen Testpersonen belegt wurde. Dies führte zur Untersuchung von Genistein, einem aus Soja gewonnenen Phytoöstrogen, das ähnlich die kardiale Entzündung ohne Beeinträchtigung der Impfstoffwirksamkeit minderte. “Dies eröffnet neue Wege für therapeutische Ansätze”, erklärte Dr. Amir Munir, ein Kardiologe der UCSF.

Auswirkungen auf die Impfstoffsicherheit

Trotz dieser Ergebnisse warnen die Autoren davor, mRNA-COVID-19-Impfstoffe wie Moderna oder Pfizer zu vermeiden, und betonen die Seltenheit der Myokarditis nach der Impfung. Eine Anpassung der Impftermine, wie beispielsweise die Verlängerung der Intervalle zwischen den Dosen, könnte dieses Risiko verringern, was mit den in Ländern wie Kanada während der Pandemie beobachteten Praktiken übereinstimmt.

Weg in der Myokarditis-Behandlung

Diese Forschung enthüllt nicht nur Mechanismen hinter der impfstoffbedingten Myokarditis, sondern ebnet auch den Weg für die Entwicklung von Behandlungen für Myokarditis aus anderen Ursachen. Derzeit existieren keine von der FDA zugelassenen Behandlungen, was die Bedeutung solcher Studien bei der Entwicklung gezielter Ansätze zur Bewältigung von Entzündungen unterstreicht. Wie bei KQED angegeben, liegt die Hoffnung auf sichereren und effektiveren mRNA-Impfstoffen und Myokarditistherapien am Horizont.